10 Missverständnisse
Die 10 häufigsten Falschaussagen bzw. Missverständnisse zum Thema Börse
Ein kleiner Auszug aus Peter Lynch’s Autobiografie
Es gibt immer etwas, worüber man sich Sorgen machen kann. – Und das macht die Dinge interessant! Die 1950er Jahre waren eine der besten Dekaden, um Aktien zu besitzen. Von einem geopolitischen Standpunkt aus betrachtet, fürchtete sich allerdings Jedermann vor dem Ausbruch eines atomaren Krieges. In den frühen 1990er Jahren sorgte sich Jedermann darüber, dass Japan die führende Rolle in der Welt einnehmen und damit Amerika bezwingt wird. So ist es nach Ansicht von Peter Lynch kein Zufall, dass die meisten der schrecklichsten Börsentage aller Zeiten auf einen Montag gefallen sind, da die Menschen das ganze Wochenende Zeit hatten, sich Sorgen zu machen. Lynch gibt den Ratschlag, allen negativen Irrsinn zu vergessen, da der Schlüssel für die erfolgreiche Geldanlage nicht der Intellekt, sondern das Bauchgefühl ist.
Ergänzend zu den oben genannten Punkten, hat Peter Lynch 10 von Menschen häufig aufgeführte Falschaussagen und Mißverständnisse über die Aktienanlage zusammengestellt und gab auf der New Yorker Investmentkonferenz auch gleich die Antworten:
1. Wenn die Aktie schon so stark gefallen ist, wie stark kann sie dann noch fallen?
Lynch’s Antwort: Auf Null.
2. Wenn die Aktie schon so hoch gestiegen ist, wie hoch kann sie dann noch steigen?
Lynch’s Antwort: Einige der besten Unternehmen sind über Jahrzehnte gewachsen.
3. Eventuell wird sich die Aktie wieder erholen.
Lynch’s Antwort: Nein, wird sie nicht. Es gibt genügend Gegenbeispiele.
4. Die Aktie kostet nur 3 Dollar. Was kann ich verlieren?
Lynch’s Antwort: 3 Dollar bei jeder Aktie, die Sie kaufen.
5. Vor dem Sonnenaufgang ist es immer am dunkelsten.
Lynch’s Antwort: Es ist ebenfalls am dunkelsten, bevor es absolut schwarz wird. Kaufen Sie niemals ein Unternehmen, nur weil der Aktienkurs gerade gefallen und es dadurch billiger geworden ist.
6. Sobald mein Einstandkurs wieder erreicht ist, werde ich verkaufen.
Lynch’s Antwort: Der Aktie ist nicht bekannt, dass Sie sie besitzen. Nehmen Sie es nicht zu persönlich. Anmerkung: Die Antwort geht in die Richtung der sogenannten Behavioral Finance. Ganz konkret zielt Peter Lynch auf die Aversion vor Verlusten sowie den “Ankereffekt” ab. Wenn Sie eine Aktie zum Kurs von 10 gemocht haben, sollten Sie sie bei 6 lieben und mehr kaufen oder verkaufen.
7. Wovor soll ich mich fürchten? Konservative Aktien schwanken nicht sehr stark.
Lynch’s Antwort: So etwas wie eine konservative Aktie gibt es nicht. Im Durchschnitt notiert eine Aktie auf ihrem tiefsten Kurs eines Jahres zu etwa 50 bis 70% ihres jeweiligen Höchstkurses. Es gibt einen Friedhof, auf dem alle “konservativen” Aktien einmal begraben werden. Unternehmen und Geschäfte ändern sich!
8. Schau Dir all diese Verluste an, weil ich nicht gekauft habe.
Lynch’s Antwort: Machen Sie sich wegen einer verpaßten Gelegenheit nicht kaputt, da dies nicht produktiv ist. Während Peter Lynch den Fidelity Magellan Fund managte, besaß er fast niemals auch nur eine einzige der zehn sich am besten entwickelnden Aktien eines Jahres.
9. Ich habe diese Aktie verpaßt. Die nächste werde ich fassen.
Lynch’s Antwort: Arbeite nicht in diese Richtung.
10. Die Aktie steigt, also muss ich richtig liegen oder – Die Aktie ist gefallen, daher liege ich falsch.
Lynch’s Antwort: Technische Analyse ist nicht viel wert. Viele Menschen mögen eine Aktie bei 20 und hassen sie bei 12. Für Peter Lynch ergibt das keinen Sinn.
Peter Lynch’s Investitionsprinzipien basieren, wie die der meisten anderen Superinvestoren, auf gesundem Menschenverstand sowie auf dem Verständnis menschlicher Fehlurteile und Schwächen. Durch seine Grundsätze wird verständlicher, dass die größten Herausforderungen beim Investieren oftmals persönlicher oder psychologischer Natur sind.
Quelle:
http://www.valueinvesting.de/peter-lynch-portrait.htm










